Phthalate (Weichmacher)

Gesundheitsrisiko durch Alltagsgegenstände: Phthalate (Weichmacher)

Wenn zuvor weiche Kunststoffe hart und porös werden, hat sich ein gesundheitsgefährdender Stoff aus dem Material verflüchtigt. Phthalate sind sogenannte Weichmacher, die als Massenchemikalie allein in Westeuropa jährlich in einer Menge von rund einer Million Tonnen produziert wird. Davon werden rund 90 % für die Herstellung von Weich-PVC genutzt. Phthalate (Weichmacher) sorgen dafür, dass Bodenbeläge, Kabelisolationen, Vliestapeten oder Kunststoffbezüge (z.B. Kunstleder) eine angenehme Oberflächenstruktur haben, elastisch und pflegeleicht sind. Jedoch dünsten die Hilfsstoffe für die Produktherstellung über viele Jahre dauerhaft aus den Grundmaterialien von vielen Alltagsgegenständen aus.

Für Kinderprodukte in Teilen bereits verboten

In den vergangenen Jahren wurden Weichmacher bereits vielfältig diskutiert, da sie hohe Gesundheitsrisiken für die Nutzer bergen. Zu den häufig genutzten Phthalaten zählen beispielsweise

 

  • Di-isodecylphthalat (DIDP)
  • Di-isononylphthalat (DINP)
  • Di(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP)
  • Dibutylphthalat (DBP)
  • Di-isobutylphthalat (DIBP)
  • Benzylbutylphthalat (BBP)
  • Bis(2-propylheptyl)phthalat (DPHP)

 

Derzeit sind fünf Phthalat-Weichmacher (DEHP, DIBP, BBP, DBP und DIPP) in der EU erlaubt, sofern sie zuvor in einem entsprechenden Zulassungsverfahren eine Genehmigung erlangten. Von diesen sind jedoch DEHP, DBP und BBP für die Herstellung von Produkten für Babys und Kleinkinder unter drei Jahren verboten, weil sie nicht in den Mund genommen werden dürfen.

Der Grund für die strengen Regelungen ist vor allem die hormonelle Wirksamkeit der Phthalate (Weichmacher). Die Stoffe werden als endokrine Disruptoren geführt. Ihnen wird eine Wirkung auf das Hormonsystem nachgesagt (z.B. Beeinträchtigung der Fortpflanzung). Auch eine toxische Wirkung auf die Leber, die Schilddrüse und die Hirnanhangdrüse und die Begünstigung der Entwicklung von Tumoren (Neuroendokrine Tumore) wird mit Phthalaten in Verbindung gebracht. Die Einflüsse auf das Hormonsystem können zudem Umgleichgewichte hervorrufen, welche die Entstehung von Erkrankungen wie Depressionen oder ADHS begünstigen.

Phthalate als Umweltgifte und Wohnraumschadstoffe

Die vielfältige Verwendung der Phthalate (Weichmacher) und deren langfristige Ausdünstung aus den Produktmaterialien machen die Stoffe zu einer Gesundheitsgefahr. Ausdünstungen von Phtalaten sind im Gegensatz zu solchen aus Lösungsmitteln nicht leicht flüchtig, sondern lagern sich in Hausstaub und auf Oberflächen ab, wodurch auch an die Umgebungsmaterialien und gegebenenfalls auf Lebensmitteln haften. Sie sind fettlöslich und reichern sich bei Aufnahme über die Atemluft und über den Magen-Darm-Trakt durch die unzureichende Entgiftung im menschlichen Körper an.

Mit einer Schadstoffanalyse kann unser Team Ihnen bei dem Verdacht von Belastungen durch Phthalate (Weichmacher) in Ihrer privaten und beruflichen Umgebung weiterhelfen. Materialproben und Proben von Hausstaub geben Aufschluss über die Art der Phthalate (Weichmacher) sowie dem Gehalt an Giftstoffen in Ihrem Umfeld. Unser Team steht Ihnen gerne beratend zur Seite - von der Risikobeurteilung über die Ursachenermittlung bis hin zu Vorschlägen für die Entfernung der Schadstoffe durch geeignete Maßnahmen für Ihre Gesundheit.